Christine Naumann

Patchwork Quilten

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2018
 

Anfang September fand das „1.Grit`s Life & Friends Quiltfest“ in Suderburg (Niedersachsen) statt, das mit seinen angekündigten hochkarätigen Kursen und Ausstellungen amerikanischer und europäischer Quiltkünstlerinnen sehr, sehr viele interessierte Patcherinnen buchstäblich aus der ganzen Republik anzog. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die Räume der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften boten Platz genug für die Unterrichtstätigkeit und Ausstellungen, das gelungene Catering in der Mensa, eine ausgewählt gute Verkaufsstraße mit Händlern von nah und fern, Abendveranstaltung und Ruhepausen vorm Haus bei schönstem Spätsommerwetter auf Bänken am Wasser.

Anlässlich des Quiltfestes war auch eine internationale Challenge ausgeschrieben mit dem Thema „Historische Handelswege“.

Ich vertiefte mich über Wochen in das Thema und im Ergebnis entstand ein Quilt im vorgegebenen Maß von 50x100cm.

Gemeinsam mit der Geschichte zur Entstehung des Quilts durfte ich ihn zum Wettbewerb schicken, was mich schon erfreute.

Aber als ich am Vorabend der Eröffnung des Quiltfestes erfuhr, dass die internationale Jury ausgerechnet meine Arbeit zum „Besten Quilt zum Thema“ gekürt hatte, war ich einfach nur glücklich angesichts der Ehrung.

 
 
 

Samarkand – Handelsplatz an der Seidenstraße um 1890

Quilt in Anlehnung an ein Gemälde von R.Zommer

  

Da ich selbst in einer mehr als 1000 Jahre alten Messestadt lebe, die in Mitteldeutschland ein bedeutender Handelsplatz am Schnittpunkt von Via regia und Via imperii war, hat mich das Thema des Wettbewerbs sofort angesprochen und zu Recherchen inspiriert.

Mein erster Gedanke galt den in den späten 70ger Jahren und bis heute traumhaft restaurierten Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmälern in Usbekistan, die heute als   UNESCO -Welterbestätten Touristen aus aller Welt anlocken, die ein kleines Stück auf den Spuren der legendären 6400 km langen Seidenstraße reisen wollen. Diese verband einst auf dem Landweg China mit dem Mittelmeerraum und die Route diente nicht nur dem wechselseitigen Transport von Waren wie z.B. Gewürzen, Seide, Glas und Porzellan, sondern u.a. auch der Verbreitung von Religion und Kultur.

Die Lektüre der wechselhaften Geschichte der Region und ganz besonders des zentralasiatischen Raums fesselte mich immer mehr und ließ mich nicht mehr los.

Da blieb es nicht aus, dass ich auf die Stadt Samarkand stieß, die einst Wohlstand durch die perfekte Lage an der Seidenstraße erlangte. Samarkand ist mehr als 2700 Jahre alt und gilt als „Perle der Seidenstraße“.

Heute präsentiert sich die Stadt mit ihrer islamischen Architektur mit türkisblauen Kuppeln und hohen Minaretten äußerst glanzvoll. Dabei hatte sie eine mehr als wechselvolle Geschichte von Eroberungen, Zerstörungen, Abspaltungen und Krieg, bis sie 1868 von den Truppen des russischen Zaren erobert wurde.

Die Idee für meinen Quilt nahm Gestalt an, als ich auf die Bilder des Malers Richard Karl Karlowitsch Zommer (1866-1939) stieß. Zommer war gebürtiger Münchener und studierte ab 1884 mit beachtlichem Erfolg an der Kunstakademie in St.Petersburg. Nach dem Studium, in der letzten Dekade des 19.Jahrhunderts, schloss er sich einer archäologischen Expedition durch Asien an und arbeitete als Ethnologe. Als Maler war das seine produktivste Zeit. Auf der Reise malte er serienweise Porträts von Einheimischen, Landschaften und Szenen genau- so identisch, wie sie ihm begegnet sind. Seine Bilder, aber ganz besonders das Ölgemälde „Samarkand“, inspirierten mich zu diesen Quilt.

Das Bild von Zommer ist eine Darstellung im Querformat und kam so für meinen Quilt nicht in Frage aber die charakteristischen Figuren und Tiere sowie die damals stark in Mitleidenschaft genommenen Gebäude wollte ich darstellen.

Mein Quilt ist handappliziert, handgequiltet, bestickt und bemalt.

 

Die Tage während des Festes habe ich sehr genossen, selbst einen Longarm-Kurs belegt, die Trunk Show mit zwei der drei Schwestern von Sew Kind of Wonderful bewundert und anschließend noch ein paar Tage Erholung in der Lüneburger Heide angeschlossen.

Noch bevor ich wieder zuhause angekommen war, erreichte mich die Nachricht, dass mein Quilt „Samarkand“ von den Besuchern des Festes auch zum Publikumsliebling gewählt wurde.

Dieser Quilt und alle weiteren Wettbewerbsquilts zum Thema "Historische Handelswege" sind vom 03. - 05. Mai 2019 auf der "Nadelwelt" in Karlsruhe zu sehen.

Voller Freude und Elan gehe ich nun wieder meine Kurssaison an, die immer von September bis Anfang Juni geht.

Das aktuelle Kursprogramm ist seit August online.

 

 

2017
 

Alle 3 Jahre schreibt die Patchworkgilde Deutschland e.V. für ihre Mitglieder eine Ausstellung unter dem Titel „Tradition bis Moderne“ aus. Im Jahr 2017, anlässlich der XI. “Tradition bis Moderne“ wurden genau 100 Arbeiten von Künstlerinnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Lettland und den USA eingereicht. Eine dreiköpfige Fachjury wählte 40 Arbeiten aus, die das gestalterische, technische und künstlerische Niveau der Gildemitglieder repräsentiert.

Wie schon im Jahre 2014 war ich zu meiner großen Freude auch 2017 bei den Glücklichen, deren Quilt im Rahmen der Ausstellung „Tradition bis Moderne“ mit dabei war.

Diesmal war es mein Quilt: „In Großmutters Nähkästchen gekramt“ .

                                 

Die Eröffnung der Ausstellung fand im Rahmen der Patchworktage im Juni 2017 in Fürth statt.

 Weitere Ausstellungstermine:


17.7. – 3.9.2017          Textilmuseum der Stadt Mindelheim
13.9. – 17.9.2017        European Patchwork Meeting, Frankreich
24.9. – 12.11.2017      Stadtmuseum Deggendorf und im Handwerksmuseum
1.2. – 15.3.2018        
  Stadtmuseum Einbeck
6.4. – 8.4.2018          
  Prague Patchwork Meeting
15.4. – 8.7.2018        
  Steinhuder Museen,  Fischer- und Webermuseum
28.7. - 19.8.2018       
  Norden, Gulfhof Ihnen, 26624 Südbrookmerland
15.9. – 04.11.2018    
  Textil- und Rennsportmuseum
1.3. – 31.5.2019         
  Oberfränkisches Textilmuseum Helmbrechts
10.6. – 15.7.2019         Bomann-Museum Celle

 

April 2016

Seit diesem Frühjahr bin ich glückliche Besitzerin einer Longarm-Quiltmaschine. Nach langer reiflicher Überlegung und Beschäftigung mit den Vorzügen und Nachteilen aller auf dem deutschen Markt erhältlichen Maschinen, habe ich mich im direkten Vergleich während des Europäischen Patchworktreffens 2015 im Elsaß für das Modell Q24 von Bernina entschieden.
Wie mir dann beim Aufbau Frau Klaus von Bernina erzählte, war in dem Moment meine Maschine die erste ihrer Art in Sachsen! Ich hoffe sie wird sich an ihrem Standort wohlfühlen.
Natürlich werde ich das von mir sehr geliebte Handquilten nach Art der Amish, wie ich es von Esther Miller gelernt habe, auch weiterhin praktizieren, aber nur noch für ausgewählte, ganz besondere Projekte. So eine Longarmmaschine ist schon ein richtiger Tausendsassa - vorausgesetzt man besitzt die erforderliche Praxis. Und deshalb heißt es seither für mich: üben, üben, üben....


Oktober 2015

Anlässlich des Jubiläums 1000 Jahre Leipzig veranstaltete die Patchwork Gilde Deutschland e.V.
den textilen Wettbewerb "AugenBlicke".
Die eingereichten Werke stellten sich der Bewertung einer internationalen Jury und waren erstmals
auf der Leipziger Messe Modell-Hobby-Spiel vom 2. bis 4. Oktober zu betrachten.
Als Leipzigerin war es für mich eine unausgesprochene Aufforderung, der Ausschreibung zu folgen
und von Anfang an war klar, dass es das untenstehende Motiv ist, was ich textil umsetzen wollte.

 

 

Leipzig - Romantische Impression

Blick vom Johannapark auf die Silhouette des Turms vom Neuen Rathaus und das City-Hochhaus

Meine Geschichte zum Quilt

Diesen wunderschönen Blick entdeckte ich erstmals für mich, als ich als Studentin der Leipziger Hochschule für Musik  regelmäßig den Park auf dem Weg zur Musikbibliothek durchquerte. Das Hochhaus  wurde gerade in dieser Zeit fertig gestellt. Es gehörte damals zur Leipziger Universität  und  war in seiner Ansicht ein schöner Kontrast zum Neuen Rathaus im Stile des Historismus.
Gelegentlich setzte ich mich  auf eine der Bänke innerhalb dieser Oase in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums und genoss die Sichtachsen und das vielfältige Grün. Unzählige Male fotografierte nicht nur ich gerade diesen Blick aus dem Park in die Stadt zu allen Jahreszeiten.

Später erfuhr ich, es war eine anrührende Familientragödie, die diesen Park entstehen ließ:

Vor mehr als 150 Jahren kaufte der Leipziger Bankier und Unternehmer Wilhelm Seyfferth  das Gelände, dass damals noch Wiesenland am Pleißeufer war und ließ darauf einen 8 ha großen Park im englischen Stil nach Entwürfen des berühmten preußischen Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné  anlegen.
Er tat es im Gedenken an seine Tochter Johanna Natalie Schulz, die ihrer großen Liebe entsagen musste und dem väterlichen Wunsch  folgend schließlich die Frau eines seiner Angestellten wurde. Nach unglücklicher Liebe starb sie im Alter von nur 22 Jahren. 

Zur Erinnerung an seine Tochter gab er  der Anlage den Namen "Johannapark".

Per Testament stiftete Seifferth später den Park der Stadt Leipzig  unter der Bedingung, dass diese Fläche nie bebaut werden und nichts an der Lennéschen Schöpfung verändert werden dürfte. Sie sollte auch weiterhin dem Publikum öffentlich zugänglich bleiben  und immer den  Namen seiner Tochter behalten. 

So kam Leipzig in den Besitz eines bedeutenden Denkmals der Gartenkunst des 19.Jahrhunderts. 

Im Zentrum des Parks befindet sich ein Teich mit Insel, über die ein durch 2 Brücken erschlossener Weg führt. Diese Stelle strahlt bis heute eine ungebrochene Attraktivität für Liebespaare aus und das besonders romantische Plätzchen ist zudem außerordentlich beliebt als Hintergrund fürs Hochzeitsfoto.

Was ich als Studentin noch nicht ahnen konnte ist, dass sich mein späterer Arbeitsplatz  in diesem Hochhaus befinden würde, das mittlerweile zur Heimstatt der Musiker des MDR geworden ist.

 

Zu meiner großen Freude gehörte dieser Quilt zu den von der Jury preisgekrönten Arbeiten.

Gemeinsam mit den anderen sehr sehenswerten Arbeiten des Wettbewerbs war er beim 10. Prager Pachtwork Meeting vom 1. bis 4. April zu sehen und ebenfalls zu den Patchworktagen 2016 in Celle. Der nächste Ausstellungsort wird das Textil- und Rennsportmuseum in Hohenstein - Ernstthal sein.

 
 
 
 
 
 
 
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